Kurz gesagt: Datenberatung ist selten ein Strategieproblem. In den meisten Projekten liegen die Daten längst vor – sie liegen nur in fünf Systemen, in unterschiedlichen Formaten, mit widersprüchlichen Definitionen derselben Kennzahl. Beratung, die etwas bringt, endet deshalb nicht bei einer Präsentation, sondern bei einem laufenden Dashboard, das jemand im Alltag öffnet.
Woran Datenprojekte tatsächlich scheitern
- Verstreute Quellen. Zahlen aus ERP, CRM, Webanalyse, Handelspanel und Befragung liegen nebeneinander, aber nicht zusammen. Jede Auswertung beginnt mit Sammeln.
- Uneinheitliche Definitionen. Zwei Abteilungen berichten unterschiedliche Umsätze, weil beide recht haben – sie rechnen nur anders. Solange das ungeklärt ist, diskutiert jedes Meeting die Zahl statt die Entscheidung.
- Datenqualität. Lücken, Dubletten, wechselnde Kategorien über Wellen hinweg. Erkennbar meist erst, wenn die Analyse schon läuft.
- Kein Betrieb nach dem Projekt. Das Ergebnis ist ein Foliensatz. Sechs Monate später ist er veraltet und niemand kann ihn fortschreiben.
Wie wir vorgehen
- Bestandsaufnahme. Welche Quellen gibt es, wer nutzt sie, welche Entscheidungen hängen daran? Ergebnis ist eine Landkarte der Datenlandschaft – und meistens die Erkenntnis, dass zwei Drittel der erhobenen Daten nie jemand ansieht.
- Kennzahlen definieren. Für jede zentrale Kennzahl eine verbindliche Rechenvorschrift, schriftlich. Das ist der unspektakulärste und wirksamste Schritt im ganzen Projekt.
- Daten zusammenführen und bereinigen. Taxonomien, Mappings, Gewichtung, Wellenlogik – reproduzierbar als Skript, nicht als einmalige Handarbeit, damit die nächste Welle nicht wieder von vorn beginnt.
- Dashboard aufbauen. Nicht alles, was möglich ist, sondern die Ansichten, die die Fragen aus Schritt 1 beantworten. Für Vertrieb, Marketing und Geschäftsführung jeweils eigene Sichten mit eigenen Rechten.
- Übergabe. Ihr Team pflegt und erweitert selbst. Wenn dafür dauerhaft eine Agentur nötig ist, war die Beratung nicht gut.
Was am Ende steht
Ein laufendes System statt eines Berichts: Daten aus Excel und CSV, aus Datenbanken, per REST-API oder als SPSS-Datei inklusive Labels und Gewichtung laufen in einem Dashboard zusammen. Kennzahlen sind als berechnete KPIs hinterlegt und damit an einer Stelle definiert. Wer was sehen darf, steuern Rollen und Rechte. Berichte gehen als PowerPoint oder Excel-Report-Book raus, im Layout Ihres Hauses.
Wenn Sie das Thema erst einmal selbst durchdenken wollen: Mehrere Datenquellen in einem Dashboard zeigt, wie die Zusammenführung technisch abläuft.
Häufige Fragen
Was kostet Datenberatung?
Das hängt davon ab, wie weit die Vorarbeit gediehen ist. Eine Bestandsaufnahme mit Kennzahlendefinition ist in wenigen Tagen machbar; ein vollständiger Aufbau inklusive Datenintegration bewegt sich im Projektrahmen von einigen Wochen. Wir sagen vorher, was wir für nötig halten – und was nicht.
Brauchen wir vorher eine Datenstrategie?
Meistens nicht. Eine Strategie, die vor dem ersten funktionierenden Dashboard entsteht, beschreibt einen Zustand, den noch niemand erlebt hat. Sinnvoller ist, mit einer konkreten Frage anzufangen und die Strategie an dem zu schärfen, was dabei sichtbar wird.
Was passiert mit unseren Daten?
Der Betrieb läuft in Rechenzentren in Deutschland, die nach ISO 27001 zertifiziert sind. Auf Wunsch auch als Installation in Ihrer eigenen Umgebung. Details unter Sicherheit und Hosting.
Arbeiten Sie auch mit Befragungsdaten?
Das ist unser Ausgangspunkt. Befragungsdaten bringen Gewichte, Wertelabels, Wellen und Signifikanz mit – Dinge, die klassische BI-Werkzeuge nicht kennen. Genau dort liegt der Unterschied zu einer reinen BI-Beratung.
Und speziell FMCG?
Handelspanel, Sell-out-Daten, Kategorie-Taxonomien und Marktanteilsrechnung gehören zu den Bereichen, in denen wir am längsten arbeiten – inklusive Modellierung von Lücken in Markt- und Segmentdaten und statistischer Prognosen.
Vortrag: die sieben häufigsten Datenprobleme
Dr. Benedikt Köhler auf der Munich Marketing Week darüber, woran Datenprojekte typischerweise hängen: